Neuheiten

‚Haararbeiten’

in den letzten Monaten habe ich vermehrt mit Haaren gearbeitet. Kreise ich doch immer weiter um das Thema der Induvalität und Identität, so komme ich dem 'Material' Haar immer näher. Bisher ist mir noch kein stärkeres und vielfältigeres Material untergekommen, mit dem ich das was ich ausdrücken möchte so klar, präzise und gut ausdrücken kann. Im Folgenden die letzten Arbeiten der letzetn Monate.

 

NEXUS ist eine Ausstellungsreihe des ark e.V., die aktuell zum 4. mal stattfindet (5.9.2021 - 16.1.2022). Die Ausstellungen folrdern die KünstlerInnend der Gruppe auf sich mit dem Gebäude in dem die Ausstellung gezeigt wird, der Geschichte, der Landschaft oder dessen Exponaten in Dialog zu setzten. Dieses mal war das Museum in Boppard so großzügig Gastgeber zu sein.

Für die Ausstellung NEXUS IV im Museum Boppard habe ich folgende Arbeit erstellt. Mein Vorhang ist aus erst gesponnen und dann zum Vorhang gehäkelten Frauenhaaren gefertigt. Die Maße sind ca. 250 x 420 m.

 

 

 

 

Statement

Die Geschichte der Burg, des Museums und der Stadt Boppard ist von Männern geschrieben und handelt von ihnen. Frauen finden keine Erwähnung, es sei denn als Heilige oder am Rande als Ehefrauen. Mit meiner Arbeit möchte ich die nicht erwähnten Frauen in das Museum bringen.

Ich verspinne bunt gemischte Frauenhaare und häkle aus den daraus entstehenden Fäden einen lichten Vorhang. Das Stück ist im Ganzen gefertigt. Ein fast endlos wirkendes Band, leicht und transparent durch das Spiel flirrenden Haares.
Der Vorhang zeigt die Identität einer großen Menge von Frauen, repräsentiert durch ihre Haare, in weiblich anmutender Handarbeit gefertigt. Er wird nicht aufgezogen, bleibt verschlossen und doch lüftet er die Geschichte, zeigt das Verborgene, nutzt das Stilmittel des  Vorhangs als Projektionsfläche, um die Rolle der Frauen in der Geschichtsschreibung neu zu inszenieren.

 

 


 

"Ein Portrait Hannah Ryggens"

 

 

Diese Arbeit habe ich für die Ausstellung NEXUS - Nordlichter :: im Dialog mit nordischen Kulturwelten, gemacht. Die Ausstellung wurde vom ark e.V. organisiert und am 6.8.2020 im Haus Metternich in Koblent eröffnet. Ich habe gewählt ein Portrait Hanna Ryggens zu erarbeiten.

 

Hier mein Text zur Arbeit, der auch im Katalog veröffentlicht wurde:

Hannah Ryggen,( * 21. März 1894 in Malmö; † 2. Februar 1970 in Trondheim) war eine schwedisch-norwegische Textilkünstlerin. In der kürzlich zu Ende gegangenen großen Ausstellung in der Schirn in Frankfurt, konnte man ihre großen Bildteppiche bewundern. Ihre „gewebten Manifeste“ sind Reflexionen über von ihr kritisch gesehene Verhältnisse. In ihrer Sprache ist sie direkt und narrativ. In ihrem Handeln unerschrocken und gnadenlos konsequent. So hat sie während der deutschen Besetzung Norwegens im 2.Weltkrieg ihre handgewebten Teppiche, die sich  kritisch mit den Gräueltaten und dem politischen Machtgefüge beschäftigten, deutlich sichtbar auf eine Wäscheleine vor ihr Haus gehängt *1

Meine Arbeit ist auch ein Webstück, es ähnelt gar nicht denen von Hannah Ryggen. Vielmehr verwende ich den Prozess des Webens und Spinnens, als auch die Materialien, Haare und graue Wolle, um das, was ich über Hannah Ryggen ausdrücken möchte, deutlich zu machen.

Hannah Ryggen, eine starke Frau, eine nordische Weberin, eine unerschrockene Kämpferin um Meinungsfreiheit, Demokratie und Gerechtigkeit. Hannah Ryggen, symbolisiert durch Haupthaare, selbst gesponnen und verwebt. Symbol für Identität und Individualität. Unsere Haare, unverwechselbar in ihrer DNA, einzigartig und nie gleich. Gesponnen zum Faden, verwoben zum Ganzen. Der Hintergrund, drei graue Flächen, miteinander verbunden durch Haare, versponnenen Haaren. Mittig das Kreuz aus Haaren, es verbindet und vereint, nicht umsonst könnte es auch als Plus gelesen werden.

Mein Webstück ist eine Hommage an diese so selbstbewusste, kritische, direkte, politische, starke und sehr mutige Frau, ein Portrait Ihrer Individualität, ein Ausdruck ihres freien Willens. Es ist aber mehr als eine Homage, es ist auch eine Aufforderung wach zu bleiben, unsere Demokratie zu verteidigen, sichtbar aus der Masse heraustreten und den Faden nicht gänzlich aus der Hand zu geben.

*1 (Quelle Wikipedia and BBC 4, 18.12.2017, Hannah Ryggen and her tapestries of protest“).

 

 


 

 

"ICH"

 

 

Diese Arbeit - 'ICH' zeigt gehäkelte Haare in einem Bienenwabenrahmen. Die Bienenwabe, die Sammelstelle des Bienenvolkes, habe ich aus dem Rahmen entfernt und dafür eine gehäkelte Fläche aus menschlichem Haupthaar gesetzt. Auch in dieser Arbeit geht es um Individualität und Identität. Der oder die Einzelne nimmt den Platz der Gruppe ein. Die Fläche ist nicht bis zum Ende gehäkelt. Sie füllt den Rahmen nicht ganz aus. Der Faden ist auch nicht vernäht. Er hängt offen nach unten und führt zum Knäul. 

"Ich spinne meinen Schickalsfaden und gestalte mein Leben. Ich kann weiterhäkeln oder auftrennen. Es ist meine Entscheidung wie ich meinen Rahmen ausfülle ... "

 


 

'ICH und IHR' sind bisher zwei Arbeiten, die sich im gleichen Themenfeld wie 'ICH' bewegen. Auch hier habe ich die Bienenwabe aus dem Bienenwabenrahmen entnommen und dafür etwas Neues gesetzt. Diesmal ist es ein Webstück aus Wolle und gesponnenen Harre.

 

 

 

 

 

 

 

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